Nach dem Glockengeläut um 16:00 Uhr bekamen die Besucher in der rappelvollen Kirche ein stimmungsvolles und unterhaltsames Programm geboten. Es gab neun Musikstücke zu hören, abwechselnd intoniert vom Gesangverein Cäcilia 1903 Enchenreuth unter der Leitung von Peter Schmitt, dem Gospelchor „Emotions“ unter der Führung von Stefanie Groß und der Blasmusik Enchenreuth mit Stefan Friedrich an der Spitze. Die Orgel spielte Margarethe Stöcker. Neben traditionellen Advents- und Weihnachtsliedern wie „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, „Es ist ein Ros entsprungen“, „Maria durch den Dornwald ging“ oder „Tochter Zion, freue dich“, wurden auch Stücke aus dem Musical „Sister Act“ und das von Michael Jackson und Lionel Richie komponierte „We are the world“ aufgeführt.
Monsignore Professor Dr. Dr. Rüdiger Feulner trug in sieben Abschnitten eine mundartliche Interpretation der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium mit dem Titel „Die Encherather Weihnocht“ vor. Seine Lesung, angereichert mit einer Menge Lokalkolorit, war jedoch nicht als rein humoristische Einlage gedacht, sondern sollte vor allem eine wichtige Erkenntnis vermitteln. Auf die hatte Monsignore Feulner die Besucher bereits bei der Begrüßung hingewiesen. „Weihnachten, so wie es sich in Bethlehem zugetragen hat, ist nicht an einen geografischen Ort gebunden. Es ist ein Ereignis des Glaubens, das überall auf der Welt geschieht, auch bei uns im Frankenwald. Jesus weiß, wo wir herkommen und versteht auch unseren Dialekt. Er ist in allen Kulturen zu Hause“, sagte er.
Feulner äußerte die Hoffnung, dass die Besucher aus Nah und Fern den Advent als besinnliche Zeit erleben und die Veranstaltung in der Enchenreuther Pfarrkirche einen Beitrag dazu leistet. „Wir möchten uns heute gerne als ein musikalisches Dorf präsentieren, wie wir das seit Jahrhunderten gewesen sind“, betonte er.
Der Frankenwald-Advent sei ein schöner und würdiger Abschluss eines ereignisreichen Jahres, meinte der Obmann der Ortsgruppe, Patrick Witzgall. Höhepunkt sei die Verleihung der Eichendorff-Plakette zum 100-jährigen Bestehen gewesen. „So ein Nachmittag und Abend wie heute leben von der Ortsgemeinschaft. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die anderen Vereine des Dorfes. Sonst wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagte er.
Hauptvorsitzender Roland Wolfrum hob hervor, wie „berührt, ja beinahe gerührt“ er sei, wenn er auf die in derart großer Zahl versammelte „Frankenwald-Familie“ in der Kirche schaue. „Wir haben uns riesig darüber gefreut, als sich die Ortsgruppe Enchenreuth angeboten hat, heuer unseren Frankenwald-Advent auszurichten. Ich kann nur sagen, dass das Event wirklich gelungen ist und einen tollen Schlusspunkt unter unsere diesjährigen Aktivitäten setzt“, erklärte er.
Mit dem gemeinsam gesungenen Schlusslied „Tauet, Himmel, den Gerechten“ endete das Programm in der Kirche. Im Anschluss verweilte der Großteil der Besucher noch lange draußen an den Ständen des Weihnachtsmarkts bei Glühwein, Bratwürsten und anderen Leckereien.